2022 Rückblicke

25.03.2022

Rebecca Trescher NEW SHAPES quartet

Das NEW SHAPES quartet in der Aula der Joseph-Beuys-Gesamtschule

Die Pandemie nutzte die freiberufliche Jazz-Komponistin, Klarinettistin und Bandleaderin Rebecca Trescher zum Nachdenken, Sammeln neuer Ideen und natürlich zum Komponieren. Die gebürtige Tübingerin hat sich vor allem mit Musik für großes Ensemble, z.B. ihr eigenes Tentett, einen hervorragenden Namen in der deutschen Jazz-Szene erspielt und wurde mit zahlreichen Preisen und Förderungen ausgezeichnet.

In ihrer aktuellen “Small Combo”, dem NEW SHAPES quartet, vereint die Künstlerin die junge Generation der deutschen Jazz-Szene: Mit dabei ist der Gitarrist Riaz Khabirpour, der mit einem genreübergreifenden Spiel zwischen Klassik und Jazz begeistert. Kongenial bereichert wird das Quartett durch Lukas Keller am Kontrabass und dem aktuellen Nürnberger Kulturpreisträger Jan Brill am Schlagzeug. Das Ergebnis sind frische Eigenkom-positionen, die feinsinnig, brodelnd, melodiös, experimentierfreudig und optimistisch nach vorne blickend sind. Rebecca Trescher bewegt sich dabei zwischen sinfonischen Texturen und erlaubt diesen doch eine intime Flexi-bilität. NEW SHAPES quartet ist Musik, die durchdringt und Raum für Assoziationen und musikalische Klang-welten schafft. Vier Biografien, vier Perspektiven, vier musikalische Ansätze. Neue Formen des Jazz, vereint in einem Ensemble.

Für die Stadt Nürnberg komponierte Rebecca Trescher 2017 im Rahmen eines Kompositionsauftrages eine 120-minütige Konzertmusik zum Stummfilmepos Oktober von Sergei Eisenstein für elfköpfiges Kammerensemble. Dafür uns anderes bekam sie im gleichen Jahr den Bayerischer Kunstförderpreis, 2019 wurde sie als Artist in Residence an der Cité Internationale des Arts in Paris gefördert. Die Presse überschlägt sich seitdem: “Darf man einfach mal behaupten, dass noch niemand so für den Jazz komponiert hat wie Rebecca Trescher?” schrieb die FAZ, und das Downbeat Magazine beschreibt ihren Stil 2020 als “cascading clarinet improvisations with a cine-matic touch!”.

27.05.2022

JIM JIN

Auftritt in der Aula der Joseph-Beuys-Gesamtschule

Jin Jim gehören zu den „absoluten Senkrechtstarter-Bands in der deutschen Jazzszene“ (NDR). Die Band war zuletzt 2014 in Kleve, nun sind die Klever Jazzfreunde gespannt auf die musikalische Weiterentwicklung. Als 2013 der aus Peru stammende Flötist Daniel Manrique-Smith, der Bassist Ben Tai Trawinski, der Gitarrist Johann May und der Schlagzeuger Nico Stallmann das Quartett Jin Jim gründeten, wurden sie noch im selben Jahr als Voting-Sieger ins Finale des JazzTube-Festivals Bonn gewählt, im Jahr darauf gewannen sie gar den „Future Sounds“-Wettbewerb der Leverkusener Jazztage. Der stürmische Erfolg basierte auf der Innovation, die ihnen mit ihrer Musik gelingt: Mit bisher unbekannter Wucht verschmelzen hier Latin, Jazz und Rock. „Rhythmisch hochkomplex, dafür harmonisch zugänglich, mit Einflüssen von Flamenco über indische Musik bis zum Pop“, beschreibt Bassist Trawinski, der die meisten Stücke komponiert, ihre Generallinie.

Das brachte sie schon früh in den Fokus der „Young German Jazz“-Reihe, jene Kaderschmiede aus dem Hause ACT, die herausragenden jungen deutschen Musikerpersönlichkeiten ein Spielfeld zur künstlerischen Weiterentwicklung ermöglicht. 2016 aber ging Jin Jim erst einmal mithilfe des Goethe Instituts auf große Tour: Zunächst bereisten sie Peru, die alte Heimat von Daniel Manrique-Smith, im Herbst ging es in fünf afrikanische Länder. Doch 2017 war es dann soweit: „Wir hatten das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein,“ erzählt Manrique-Smith. Der richtige Ort war das JazzBaltica Festival, wo die vier auf der großen Bühne auftraten: „Es gab Standing Ovations. Ich hatte drei Tage lang Gänsehaut.“ Und unter den begeisterten Zuschauern befand sich auch ACT-Produzent Siggi Loch und nahm Jin Jim unter Vertrag.

Für das Album „Weiße Schatten“ (2018) verfeinerte die Band noch einmal ihren unverwechselbaren Sound. Selten hört man junge Bands, die so aus einem Guss klingen. Im Jazz ist die Flöte ein seltenes Instrument, das meist nur kurz als zusätzliche Klangfarbe eingesetzt wird. Bei Jin Jim spielt sie nun die solistische Hauptrolle, und Manrique-Smith, der in Frankfurt und an der Kölner Musikhochschule studierte, bevor er mit Stars wie Dee Dee Bridgewater, Samuel Rohrer oder Lalo Schifrin auftrat, spielt sie so virtuos und vielseitig wie kaum ein anderer. Die schweren Drum-Beats und – wirbel von Stallmann sowie Mays verzerrte, mitunter fast in Metal-Sound übergehende Gitarrenpassagen und der hymnische Grundton lassen fast auch den alten Artrock wieder auferstehen. So entsteht neue Musik ganz im Jazz Spirit, die doch direkt in den Bauch und in die Beine geht.

24.06.2022

KLARO!   Karolin Strassmeyer & Drori Mondlak

Wunderschöne Location am Meyerhof

KLARO! verbindet die Lyrik der europäischen Klassik und Folklore mit der rhythmischen Kraft des amerikanischen Jazz und der harmonischen Raffinesse der zeitgenössischen Musik. Der musikalische Bogen spannt sich von kraftvoll, spritzigen Grooves zu poetischen Balladen und explosivem Swing. Egal in welchem Genre sich die Musiker von KLARO! bewegen, ihre Musik ist stets voller Passion, Neugier und Lebenslust.

“Klaro-Karo!” war nicht nur ein Wortspiel mit Strassmayers Kosenamen “Karo”, sondern immer auch ein Wort der Ermunterung, eine Art Aufforderung in die Welt hinauszugehen und Abenteuer und Herausforderung zu suchen. Und bei der Wahl des Namens ihrer Band musste Karolina Strassmayer nicht lange denken—KLARO!

Das Quartett ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der österreichischen Altsaxophonistin Karolina Strassmayer und ihrem langjährigen musikalischen Partner, dem New Yorker Schlagzeuger Drori Mondlak. Die beiden haben ihre sehr unterschiedlichen Musikerpersönlichkeiten zu einer gemeinsamen musikalischen Vision verschmolzen und daraus ihren zutiefst persönlichen und emotionalen Sound entwickelt.

KLARO! verbindet die Lyrik der europäischen Klassik und Folklore mit der rhythmischen Kraft des amerikanischen Jazz und der harmonischen Raffinesse der zeitgenössischen Musik. Der musikalische Bogen spannt sich von kraftvoll, spritzigen Grooves zu poetischen Balladen und explosivem Swing. Egal in welchem Genre sich die Musiker von KLARO! bewegen, ihre Musik ist stets voller Passion, Neugier und Lebenslust.

27.08.2022

Großplakat am Kreisverkehr

UNSER JUBILÄUMSKONZERT mit

dem Ali Claudi Quartett

Unsere Schwimmbühne auf der Klever Spoy

dem Muito Kaballa Power Ensemble

und OPEK

Die Klever Jazzfreunde feierten am 27. August 2022 ihr 40-jähriges Bestehen. Alle Klever Bürger waren eingeladen, es wurde kein Eintritt verlangt. Es kamen im Laufe des Abends über 1.000 Gäste. Unsere schwimmenden Bühne an den Spoy-Terrassen war ein echter Hingucker, das Programm entwickelte sich superb. Wir wurden mit Lob überschüttet. Ein großer Dank gilt allen unseren Helfern, Sponsoren, Mitgliedern – das machen wir gerne noch mal!

Um 17:30 Uhr starteten wir mit dem allseits bekannten Ali Claudi Quartett. Das Quartett um Ali Claudi und Jan Bierther steht für Spielfreude und Professionalität. Zwei souveräne Solisten der Jazzgitarrenszene begegnen sich für einen abwechslungsreichen und packenden musikalischen Austausch. Mit dem gekonnten Mix aus Swing, Latinjazz, Bebop, R&B und Funk, zusätzlich veredelt von einer beeindruckenden Rhythmusgruppe ist ihr Programm ein Genuss für Freunde hochklassiger Gitarrenmusik: Top level Guitarjazz. Dann folgte um 19:00 Uhr unser Top-Act, das spektakuläre Muito Kaballa Power Ensemble. Inspiriert von Funk, Jazz, Rumba, Samba, Afrobeat und einfach allem, was groovt, brachten die neun Musiker um Muito Kaballa die Spoy-Terrassen zum beben. Ein spannendes und packendes Programm, das wahrlich jeden mitriss. Schließlich trat um 21:30 Uhr der Beatproduzent und Schlagzeuger Opek mit jazzlastigem Hiphop oder hiphoplastigem Jazz auf die schwankende Bühne und entließ mit entspannten Lounge-Sounds erst spät das begeisterte Publikum in die Nacht.

30.09.2022

Matthias Schwengler Sextett

Im Rilano Hotel Cleve City (jetzt am großen Fenster Richtung Hochschule)

Bereits im Gründungsjahr 2013, als das Sextett noch „SchwengelBOP“ hieß, wurde vor allem Bebop gespielt. Seitdem ist das Matthias Schwengler Sextett seinem Weg treu geblieben und spielt Eigenkompositionen, die an den Sound der Hardbop/Neobop-Ära anknüpfen und ausschließlich aus der Feder des Bandleaders sind. Die enorme Ensemble- und Bigband-Erfahrung kommt den sechs Musikern bei diesen Arrangements sehr zugute. Sie treten hierbei ganz natürlich als Kollektiv in Erscheinung und strahlen dabei große Harmonie und innere Ruhe aus.

Nach seinem Studium an mehreren europäischen Musikhochschulen lebt Matthias Schwengler derzeit in Köln, wo er zwei eigene Combos leitet und Mitglied verschiedener anderer Formationen ist. Während seiner musikalischen Laufbahn trat er in international renommierten Orchestern wie der WDR Bigband, dem East West European Orchestra, dem Ed Partyka Jazz Orchestra und dem Concertgebouw Jazz Orchestra auf. Dies ermöglichte ihm die Zusammenarbeit mit Musikern wie Tom Harrell, Jeff Hamilton, Don Menza, Jerry Bergonzi, Peter Herbolzheimer und vielen mehr. Neben größeren Formationen spielt Matthias auch in kleinen Jazz-Combos und ist regelmäßig in verschiedenen Salsa-, Funk-, Soul- und Pop-Gruppen zu hören.

25.11.2022

Rick Hollander fest. Brian Levy

Diese abenteuerliche und doch vertraute Interpretation des legendären Beatles Albums, das 1967 die Welt veränderte, ist ein gewagtes Unterfangen für das Rick Hollander Quartett – eine etablierte Jazzband. Brian Levy, Paul Brändle, Munguntovch Tsolmonbayar und Rick Hollander, als neue „Fab Four“, vereinen ihre Kräfte um, was oft als eine der höchsten Errungenschaften der Popmusik angesehen wird, neu vorzustellen. Die neuen Arrangements erinnern natur-gemäß an die Originalaufnahme, klingen jedoch frisch und sind voller Überraschungen. With a Little Help from My Friends, Lucy in the Sky with Diamonds, When I’m Sixty Four, Strawberry Fields Forever, Penny Lane und A Day in the Life sind Höhepunkte des 2022 Tour Repertoires. Songs des Lennon-McCartney-Songwriting-Teams zu covern ist alltäglich, sie aber so neu zu präsentieren und zu instrumentieren wie Rick Hollander und sein Quartet, ist es nicht!

Schlagzeuger Rick Hollander stammt aus Detroit und wurde 1956 geboren. Beeinflusst von den musikalischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der 60er und 70er Jahre zeichnet er sich heute durch sein einfühlsames Begleiten und seine starke musikalische Vorstellungskraft als Bandleader aus. In seiner Kariere arbeitete er mit Jazzgrößen wie James Moody, Brad Mehldau und Roy Hargrove zusammen. Der aus San Diego stammende Saxophonist Brian Levy gehört zu den virtuosesten Saxophonisten seiner Generation, sein emotionaler, reifer Ausdruck begeistert das Publikum weltweit. Levy unterrichtet Jazzsaxophon und Improvisation am renommierten „New England Conservatory“ in Boston.

Brian Levy – Tenor Saxophone, Flute

Paul Brändle – Guitar

Munguntovch Tsolmonbayar – Acoustic Bass

Rick Hollander – Drums, Steel Pan, Vocals